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„Die Unberechenbarkeit der Szenarien, die das Theater entwirft, stürzt den Betrachter in angenehme Sinnesverwirrung.“
„Und sie verstehen es, durch die gefühlvolle Inszenierung der Kontraste die Phantasie ihrer Zuschauer anzuregen. Bodenständig erklärbar sind die Mittel, derer sie sich bedienen, um utopisch oder außerirdisch Wirkendes zu erzielen.“
„Einzigartig haben Kathrin Sander und Hilmar Messenbrink in den letzten Jahren ihre künstlerische Sprache und ihren unverkennbaren bildnerischen Ausdruck entwickelt. Phantasie und Lebenshaltung finden in ihren Aufführungen gern gesehene und gehörte Verkörperung.“
„Es war ein Fest der Sinne, das die Performance-Künstler dem begeisterten Publikum boten. Mit Masken, Farben, Tönen, beeindruckender Körpersprache und Lichteffekten brachten sie die ganze Skala menschlicher Gefühle zum Ausdruck, berührten, ohne ein einziges Wort zu sprechen, und nahmen gefangen.“
Verschwiegene Jahre in Schatten und Licht
Sie schweigen, seit Jahren schon und führen ihr Dasein als Schatten und Licht, als Körper und Maske. Sie leben ein Leben in Bildern und Gesten, in Träumen und Zeichen. Ihre Geschichten sind Blüten, Netz und Gespinste, Spiel der Gedanken und ein Wandeln in Stille. Sie schleichen gekonnt auf den Pfaden der Sprache, die wortlos daher kommt und doch vieles sagt. Hinter den Bildern beginnt das Erzählen, entstehen die Welten des Schattentheaters. ANASAGES hat es sich über all die Jahre nie leicht damit gemacht, den Inhalt ihrer Inszenierungen in symbolhaftes Dasein zu gießen. Nie geriet eine Geschichte zum Podium für billige Effekthascherei. Sich immer wieder neu zu erfinden, jeder Szene ein frisches Gesicht zu verpassen und sich nicht selbst zu kopieren, war der Anspruch, mit dem Hilmar und Kathrin einst antraten, um eine ganz eigene Form von Schauspiel zu entwerfen. Der bewusste Verzicht auf die Kraft der Worte sollte sich dabei zum Markenzeichen für ANASAGES entwickeln. Mit Rückblick auf die vergangenen Jahre darf dem Theater der Schatten und Lichter bescheinigt werden, sich selbst mehr als treu geblieben zu sein. Dass diese Art von Schauspiel das Publikum spaltet, kann durchaus als Zeichen von Qualität gedeutet werden. Denn gutes Theater bedient niemals alle. Wer nun aber meint, ANASAGES gehöre zu jenen Künstlern, die mit Macht unverstanden bleiben wollen, kennt weder das Duo noch seine Geschichten. Natürlich gibt es keine Bedienungsanleitung zur Kunstaneignung. Doch nur wer bereit ist, sich auf die Sprache der Bilder vorbehaltlos einzulassen, kann den Schlüssel zum Tor der Assoziationen auch finden. Nie hat ANASAGES es darauf angelegt, eindeutige Vorgaben zur Interpretation oder Deutung der Stücke zu liefern. Aber gerade daran lässt sich ablesen, dass keiner gezwungen wird, das immer Gleiche aus den Szenen zu filtern. Mehrdeutigkeit und Ebenenvielfalt sind klare Wesensmerkmale und Konzept für die Kreationen von Kathrin und Hilmar. Und dort, so der Betrachter es wünscht und gestattet, kann seine eigene Fantasie zum Gestalter des Spieles mit Schatten und Licht werden. Denn die Regie führt immer der eigene Kopf.
Uwe Rechtenbach (freier Journalist) über ANASAGES

